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Indian Summer

DSCN0131-400Die Ostsee Reise ist mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen beendet. Ich habe einige interessante Städte kennenlernen können... Auch das Befahren des Nord-Ostsee-Kanals war sehr schön. Einerseits wegen dem deutschen Telefonnetz für viele Stunden und andererseits wegen den vertrauten Bildern vergangener Urlaubszeiten. St. Petersburg sollte ein besonderes Ziel sein, hat mir persönlich jedoch nicht so gut gefallen. Vorallem das Nachtleben ist gefährlich für Touristen und man sollte keinesfalls allein unterwegs sein.

An unangenehme Begleiterscheinungen der Seefahrerei habe ich mich längst gewöhnt. Sturm, hohe Wellen und unruhige See werfen mich nicht mehr aus der Bahn und so sehe ich auch unserer Atlantiküberquerung gelassen entgegen.

Am 17.09. starten wir wie immer pünktlich in Bremerhaven zu unserer Reise "Indien Summer". Erstes Ziel ist Cork, bekanntlich der letzte Hafen der Titanik vor ihrem Untergang. Nach einem Vortrag des Kapitäns zum bevorstehenden Reiseverlauf wird mir doch etwas komisch, denn es wütet gerade ein Hurrikan namens IGOR genau dort entlang, wo auch wir in den kommenden Tagen sein wollen. Der Kapitän verspricht uns eine sichere Fahrt. Er wird den Kurs ändern und uns wohlbehalten nach Kanada schippern. Unser erster kanadischer Hafen ist St. John's/Neufundland. Sehr freundliche Menschen empfangen uns und freuen sich über die Ankunft der Amadea.

Das Schiffsleben hat sich für uns während der letzten Tage sehr verändert. In Amerika gibt es strenge Bestimmungen für Hygiene und Sicherheit. Sogenannte USPH Richtlinien. Das heißt für alle Besatzungsmitglieder eine Menge neuer Vorschriften und Regeln. Vorallem die Bereiche mit direktem Kontakt zu Gästen werden ständig überprüft. Alles muß dokumentiert und kontrolliert werden und jeden Tag kommen neue Dinge dazu, die uns manchmal sehr fragwürdig erscheinen (muß man Seifenspender wirklich ein Mal pro Woche von innen!!! desinfizieren???). Meine Aufgabe ist es, die Umsetzung dieser Maßnahmen zu organisieren, die Mitarbeiter zu informieren, zu motivieren und zu kontrollieren. Das macht einen sehr beliebt im Team... Vorallem in den Abendstunden... Ich werde natürlich auch informiert, kontrolliert und motiviert - von meinem nächsten Vorgesetzten. Diese Kette zieht sich als strenge Hierarchie bis zu den Behörden an Land durch unser Wirken, die letzte Instanz ist der Kapitän. Dort möchte ich nie antreten müssen wegen irgendeiner Nichteinhaltung - also wird geputzt bis spät abends. Zum Glück bekommen die Gäste diesen Stress nicht mit und genießen ihre Anwendungen bei uns in vollen Zügen. Jetzt sitze ich gerade und warte auf die kanadischen Behörden, denn ich darf erst von Bord, wenn alles kontrolliert ist. Unser Ankerplatz ist heute in Hilafax. Morgen sind wir in Louisbourg, dann Charlottetown, Gaspé und dann drei Tage lang Montreal. Auch Quebec und Ottawa zählen zu meinen Zielen. Ich freue mich auf schöne Impressionen vom "Indien Summer".